Auch in der letzten Woche lag die Priorität eher bei den Mikrokrediten. Am Donnerstagnachmittag haben wir zusammen mit Cristina Leute besucht, die in der letzten Zeit nicht gezahlt haben oder einen Mikrokredit benötigen. Viele Leute benötigen diese Kredite um Holz oder Wellblech als Dach zu kaufen. Bevor jemand einen Mikrokredit erhält, besuchen wir ihn, um zu sehen, wie er lebt und was er benötigt. Außerdem überprüfen wir in den Gesprächen vor Ort, ob die Leute überhaupt in der Lage sind, die Raten zu zahlen. Oft fällt beim Vergleich von monatlichem Einkommen und Ausgaben auf, dass kaum noch Geld für diese Raten übrig bleibt. In diesen Fällen ist zu überprüfen, wie gravierend die Situation ist und ob eine Spende vielleicht eine sinnvollere Alternative wäre.
Als wir uns schon auf den Rückweg machen wollten, kam ein Mädchen, das Cristina wohl noch aus der Zeit kannte, als sie bei der Caritas gearbeitet hatte, und hat uns zu ihrer Familie gebracht. Dort erwarteten uns ihre Mutter und zwei Geschwister des Mädchens, einer der beiden, Santiago Ariel, 10 Jahre alt, hat Hämophilie. Seit Weihnachten kann er nicht mehr gehen. In Orán behandeln die Ärzte ihn nicht, dazu muss er einmal monatlich ins drei Stunden entfernte Salta. Die Stadt bezahlt zumindest die Hinfahrt. Die Medikamente sind unheimlich teuer, normalerweise erhalten sie diese von der Stadt kostenlos, im letzten Monat gab es aber nicht genügend, sodass die Mutter sie selbst kaufen musste. Das Präparat kostet 1.000$ (ca. 200 Euro), das Geld kann sie nur in Raten zahlen. Cristina versucht nun, Krücken für den Jungen zu bekommen. Als Toilette dient zur Zeit nur ein Loch im Boden, durch ein Programm der Stadt könnte die Familie ein richtiges Bad bekommen, Ende Januar wissen wir, ob es klappt, falls nicht, werden wir helfen. Außerdem möchten sie eine kleine Galerie überdachen.
Das letzte Wochenende haben wir zeltend im Nationalpark Calilegua mit Pablo und Hugo verbracht. Ein sehr schönes Wochenende. Photos gibt’s in der Galerie!









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