AnguloJuans Blog - Nimm Dich nicht so furchtbar wichtig!

Jakobsweg

17. September 2009

Camino-Tagebuch XXVIII

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28-07-2009: Um 7 Uhr nach dem Frühstück gestartet. Hier in der Herberge habe ich noch jemanden getroffen, der am Bodensee am Karfreitag gestartet ist. Seine Frau ist erst später in Spanien dazu gekommen. Sie meinte, sie sei noch normal.

Ich hatte eigentlich vor, heute etwas eher zu starten, Marina (eine Kindergärtnerin aus Deutschland) hat mich aber überzeugt, erst später loszugehen, da man ja so früh den schönen Ausblick nicht genießen könne, weil es noch dunkel sei. Stimmt, daran hatte ich nicht gedacht.

Das Wetter war dann heute morgen auch schön und auch der Weg war traumhaft schön, da störte es gar nicht, dass es etwas bergig war. In O Cebreiro angekommen hatte man eine wunderschöne Aussicht. Auf den bergigeren Wegen, die nicht auf der Straße verlaufen, scheinen meine Fußschmerzen wie weggeblasen.

Jetzt bin ich in Galizien. Kurz vor O Cebreiro war der Grenzstein.

Auf dem Weg habe ich eine ältere deutsche Frau getroffen, die jedes mal, wenn sie an einem vorbei geht mit „Hasta luego!“ – „Bis später!“ grüßt. Ich habe sie zwar noch nie deutsch sprechen sehen, sie sieht aber sowas von deutsch aus und das „Hasta luego!“ spricht sie auch sehr deutsch aus.

Um 15 Uhr bin ich dann in Triacastela (27 Kilometer) angekommen, wo ich dann auch die anderen sofort am Ortseingang getroffen habe. Da die Gemeindeherberge sofort am Ortseingang in meinem Pilgerführer nicht so wirklich gut bewertet wurde, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, eine andere private Herberge weiter im Ort zu nehmen. Als Alex dann aber sagte, sie seien auch in der Gemeindeherberge, habe ich sie mir erstmal angeschaut. Als dann im Vierbettzimmer, in dem Claudi, Alex und noch eine Estländerin namens Elo („I love stretching“) untergebracht waren, noch ein Bett frei war, bin ich doch dort geblieben. Diese Herberge ist auch billiger (kostet nur 3 Euro).

Claudi und ich sind dann ins Zentrum zum Einkaufen gegangen. Dort haben wir auch die österreichische Theologiestudentin Andrea wiedergetroffen. Sie hat sich auch „der Gruppe“ angeschlossen. „Die Gruppe“ sind Leute aus verschiedenen Ländern, die sich zusammengefunden haben, den Weg teilweise zusammen gehen, zusammen Pause machen, zusammen essen und Abends zusammen in der gleichen Herberge „einchecken“. Alles redet nur noch von „der Gruppe“, bzw. „the group“.

Gegen Abend war ich in der Pilgermesse. Der Pfarrer hat zwar versucht, eine besondere Messe für Pilger zu machen mit Lesungen in verschiedenen Sprachen, aber da er nur spanisch konnte und viel zu viel und zu schnell geredet hat, hat man nicht viel verstanden. Gut gemeint aber schlecht gemacht.

Hinterher waren wir im Dorf zum Pilgermenü, nachdem Giuseppe am liebsten den Kellner umgebracht hätte, weil dieser ihm beim ersten Mal nur eine Hand voll Pommes als Beilage serviert hatte, mit der Begründung, mehr Pommes wären gerade nicht fertig gewesen, er würde aber noch welche bringen. Nach dreimaligem Nachfragen hat ihm dann eine andere Kellnerin erklärt, das sei die normale Portion gewesen, wenn er noch mehr haben wollte, müsse er die bezahlen.

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