29-07-2009: Wollte heute morgen um 5 Uhr aufstehen (was den anderen im Zimmer gar nicht recht war), bin dann aber doch wieder bis 6 Uhr liegen geblieben. Als Elo aufgewacht ist, war sie ganz verwundert, dass ich immer noch da sei.
Der Weg verlief teilweise auf oder neben der Straße und ich merkte sofort, dass ich mittlerweile in Galizien war, denn wenigstens zu Anfang der Etappe war es relativ kalt und nebelig. Später kam aber doch noch die Sonne raus und auch der Weg war schön.
Um ca. 14:30 Uhr war ich in Barbadelos (23,5 Kilometer). Vorher ging es durch Sarria, der letzten etwas größeren Stadt, von wo aus alle die starten, die nur die letzten 100 Kilometer gehen. Um dieser Pilgermasse wenigstens ein oder zwei Tage entgehen zu können, bin ich 4,3 Kilometer weiter, also bis Barbadelos gegangen. Trotzdem war es hier (wohl auch wegen der geringen Bettenzahl) schon ziemlich ausgebucht und ich hätte nicht viel später kommen dürfen. Von Elo habe ich später erfahren, dass Claudi und Alex in Sarria geblieben sind. Die beiden hätten hier wohl auch kein Bett mehr bekommen. Werde morgen wohl etwas früher aufstehen, damit ich auch nächste Nacht noch ein Bett bekomme.
Heute Nachmittag habe ich meine Wäsche gewaschen, aber blöderweise wurde es gerade, als ich sie aufgehängt hatte unheimlich bewölkt. Also habe ich sie wieder abgenommen und für 2 Euro im Trockner getrocknet. Ich hoffe nur, dass sich die Wolken bis morgen wieder verziehen.
Elo, die sich am Ende ihres Studiums befindet (was, weiß ich nicht mehr), hat mich dann noch für ihre Abschlussarbeit über „Schmerzen auf dem Jakobsweg“ interviewt. War ein interessantes und gut geführtes Interview, weil es nicht nur stumpf abgearbeitete Fragen waren, sondern sie ihre Fragen auf die vorherigen Antworten bezogen hat. Das Interview handelte allerdings nicht nur von Schmerzen, sondern auch vielen anderen Sachen und Erfahrungen auf dem Weg und so war es auch für mich interessant, über einige dieser Fragen nachdenken zu müssen.
„Die Gruppe“, zu der auch Elo gehört, hat sich – wie ich erfahren habe – mehr oder weniger aufgelöst, weil ein Teil früher in Santiago ankommen will/muss und ein anderer Teil länger Zeit hat. Eine Hälfte ist auch hier in der Herberge, der andere Teil hat sich gerade verabschiedet und ist weitergezogen
In der anderen, privaten Herberge, wo es auch Internet gibt, gab es heute Abend auch ein Menü. Dort waren auch Andrea, Ria und ihre Tochter Joke und noch ein paar andere Mitglieder „der Gruppe“. Das Essen war sehr gut und die 9 Euro, die es kostete wert.
Als wir dann die Herberge verließen und zu unserer zurückkehrten regnete es sogar etwas. Besser jetzt als morgen früh.









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