24-07-2009: Heute morgen ging es um 6 Uhr für mich los. Da es eiskalt war, habe ich das erste Mal meine Joggingjacke benutzt. Sonst bin ich morgens immer mit kurzer Hose und T-Shirt gestartet. Das war zwar morgens immer erst noch kalt, aber auszuhalten, denn die Jacke anziehen und nach einer Stunde wieder auszuziehen und dann trocknen lassen war mir bisher zu umständlich und wenn ich mich bewegte, war es gar nicht so kalt. Aber heute ging es nicht anders.
Da es wie gesagt im Ort kein Geschäft gibt und Frühstück erst ab 8 Uhr angeboten wurde, habe ich darauf gehofft, dass im nächsten, 4,4 Kilometer entfernten Ort ein Frühstück möglich sei. Dort angekommen war es mittlerweile 7 Uhr, aber der Ort schien noch kleiner zu sein und die einzige sichtbare Bar hatte noch zu. In der Herberge im Ort, die von einem 19-jährigen „Pilgerfreak“ (Zitat Pilgerführer) geleitet wird, war zwar Licht und die Tür war offen, aber sonst war niemand zu sehen. Da der Stempel auf dem Tisch lag, habe ich mir einfach mal meinen Pilgerpass hier selbst abgestempelt und bin mit Magenknurren weitergegangen.
Auf dem weiteren Weg habe ich Antonio aus Malaga getroffen. Er hatte zwar mal ein bisschen Deutsch gelernt, weil aber bis auf ein paar wenigen Worten nichts mehr. Mittlerweile klappt es mit dem Spanischen auch einigermaßen, es dauert nur manchmal ewig, bis ich das passende Wort gefunden habe. Zusammen sind wir bis Rabanal del Camino gegangen. Er ist sofort weiter, ich habe in der Bar endlich meinen O-Saft und mein Schinken-Boccadillo bekommen.
So langsam ging es wieder etwas steiler hinauf auf den Berg. Die Steigung war aber für mich nicht so schlimm, wie am Anfang des Weges und die Landschaft war wunderschön. Das Wetter ist zwar immer noch frisch wegen dem Wind, aber angenehm.
In Foncebadon, ein paar Kilometer vor dem Gipfel, habe ich dann noch eine Cola-Pause gemacht, die Jogging-Jacke (die mittlerweile natürlich total durchgeschwitzt war) ausgezogen und an den Rucksack zum trocknen gehängt und mich wieder auf den Weg gemacht bis zum pass mit dem „Cruz de Ferro“ – einem eisernen Kreuz auf dem Gipfel, wo jeder Pilger einen mitgebrachten Stein „ablädt“.
Weiter ging es dann an einer ulkigen Herberge vorbei, die von ein paar Hippies geleitet wird, die den Weg gegangen sind aber hier ausgestiegen sind und diese Herberge errichtet haben. Davor sind Wegweiser in die ganze Welt angebracht.
Dann ging es den Berg wieder runter, auf der Hälfte – in El Acebo 28,3 km, 14 Uhr), meinem Etappenziel – war es dann aber erstmal genug. Zum Schluss habe ich mich etwas beeilt, weil es sehr nach Regen aussah, es kamen aber nur ein paar Tropfen.
Die Herberge machte dann erst um 15:15 Uhr auf, sodass ich noch etwas warten musste und mir im Tante-Emma-Laden im Ort ein weiteres Boccadillo und etwas Obst gekauft habe.
Die Herberge hier ist auf Spendenbasis mit Frühstück und gemeinsamem Abendessen. Die Herberge wird zur Zeit von einer Spanierin geleitet, die sehr gut Deutsch spricht, weil sie von den Kanaren kommt, wo es – wie sie sagte – fast wichtiger ist, Deutsch zu können als Englisch. Außerdem war ihre Mutter dabei, die ebenfalls gut Deutsch spricht.
Abends beim Essen habe ich noch eine sehr nette Familie aus Österreich kennen gelernt.
Zum Abendessen gab es Pasta, Kartoffelbrei, Salat und zum Nachtisch Wackelpudding. Hinterher wieder eine Runde, wo Erfahrungen zum Weg ausgetauscht werden konnten. Ist immer wieder interessant auch Motivationen und Erfahrungen anderer Pilger zu hören.
Vor dem Schlafengehen haben wir uns alle zusammen den Sonnenuntergang angesehen.









Kein Kommentar vorhanden
Einen Kommentar hinterlassen