22-07-2009: War gestern Abend noch zur Messe in einer ziemlich modernen Wallfahrtskirche in Virgen del Camino. Vor der Messe lief irgendein komischer Singsang durch die Lautsprecher.
In der Bar habe ich beim Abendessen überraschend Karin wiedergetroffen, die völlig fertig war und sich eigentlich gar nicht unterhalten wollte. Dann hat sie mir aber doch erzählt, sie sei in León bei Freunden gewesen, die etwas außerhalb wohnten. Dann wollte sie zurück ins Stadtzentrum, aber der Busfahrer wollte sie nicht mitnehmen. Dann habe es noch Probleme mit der Unterkunft in León gegeben und deswegen habe sie sich doch noch auf den Weg nach Virgen del Camino gemacht und ist nun total kaputt. Am Ende waren wir beide eigentlich ganz froh, den Abend nicht alleine verbringen zu müssen.
Heute morgen bin ich um 6:30 Uhr gestartet, nachdem ich in der Küche erst in Ruhe mein Boccadillo gefrühstückt und mir ein weiteres für den Weg fertig gemacht habe.
Für den heutigen Weg kannte mein Pilgerführer zwei Alternativen, als erstes den Hauptweg neben der Hauptstraße und als zweites einen Weg durch die Natur, der aber 4 Kilometer länger ist. Hatte mich gestern Abend für den kürzeren Hauptweg entschieden, heute morgen bin ich aber doch auf den Nebenweg abgebogen, denn Straße, Lärm und Autos hatte ich die letzten Tage genug.
Dafür war der Weg heute auch wunderschön, zwar ein bisschen bergig, dafür aber wunderschöne Berge, Täler und Natur – und fast die ganze Zeit alleine ohne irgendwelche anderen Pilger. Eine der schönsten Etappen bis jetzt. Nur das Wetter war weniger schön und eher bedeckt, dafür waren die Temperaturen sehr angenehm.
Kurz vor einem Ort hörte ich dann von irgendwo Schüsse. Natürlich war mal wieder weit und breit niemand zu sehen und auch der Ort war wie ausgestorben. Vorsichtshalber habe ich mein Tempo etwas angezogen. Man weiß ja nie.
Im letzten Ort, 5 Kilometer vor dem Etappenziel wollte ich eigentlich noch eine Pause einlegen, was ich mich dann aber nicht getraut habe, weil es so aussah, als würde es jeden Moment anfangen zu regnen.
Kurz nachdem ich dann über eine eindrucksvolle alte Römerbrücke nach „Hospital de Órbigo“ und in die Pfarrherberge „Karl Leisner“ rein bin (29,1 km, ca. 14 Uhr) , fing es auch schon an zu regnen. Gut dass ich keine Pause gemacht habe…
Karin ist auch hier in der Herberge, sie ist den Weg an der Straße entlang gegangen, aber trotzdem später als ich angekommen. Der Weg sei ganz schlimm gewesen. Gut dass ich mich doch für den Natur-Weg entschieden habe.Herberge ist ersrt









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