15-07-2009: Gestern Abend haben wir nach dem obligatorischen Pilgermenü noch etwas zusammen auf dem Platz vor der Kirche zusammen gesessen.
Heute habe ich meinen Handywecker zwar mal wieder auf 5 Uhr gestellt, bin aber dann doch erst um 5:30 Uhr aufgestanden.
Die ersten 11 Kilometer bin ich alleine gelaufen und habe festgestellt, dass ich meinen Gürtel in der Herberge vergessen haben muss. Habe Claudi angerufen und gebeten, mal nachzuschauen, aber scheinbar nicht auffindbar. Dann werde ich mir wohl irgendwo einen neuen kaufen müssen.
In Hontanas habe ich Michael getroffen, der in ein paar Tagen zurück nach Canada muss und beschlossen hat, nun noch nach Leon zu fahren. Nach einer kurzen Verabschiedung habe ich dann Karin aus Siegen wiedergetroffen, mit der ich in Pamplona zu Abend gegessen hatte. Sie hatte Probleme mit ihrem Photoapparat, der wohl alles zu dunkel aufgenommen hatte. War allerdings nur eine Einstellungssache, die schnell behoben war. Die letzten 9 Kilometer für heute sind wir dann auch zusammen gegangen, vorbei an der Ruine eines alten Pilgerklosters.
Um 12:15 Uhr sind wir in Castrojeriz angekommen und Karin, die auch Marathon läuft, war sich ziemlich sicher, dass der Pilgerführer nicht Recht hat und das heute keine 20,3 Kilometer waren. Mir kam der Weg allerdings auch ziemlich kurz vor, was aber wohl auch an Karins sehr zügigem Tempo lag.
Immer wenn ich irgendwo früh ankomme, macht die Herberge erst sehr spät auf. So auch hier. Wir hatten uns gestern Abend schon für die Herberge „Bei Resti“ entschieden, die laut Pilgerführer eine Kultherberge mit berühmtem Herbergsvater Resti, Wecken mit gregorianischem Choral, etc. sein sollte. Da die Herberge nicht eindeutig ausgeschildert war, musste ich eine Dorfbewohnerin fragen, die mich dann sofort sehr hilfsbereit zur Herberge brachte. Öffnungszeit war allerdings erst um 15 Uhr, sodass ich noch Zeit hatte um den Ort und die Kirche in bisschen zu besichtigen. Hier gibt’s scheinbar sogar eine Organistin, die schon die ganze Zeit übt.
Gegen 14 Uhr kamen dann auch die anderen Langschläfer. Ein Resti war in der Herberge nicht wirklich zu sehen. Auch die anderen Beschreibungen des Pilgerführers hielten nicht das, was sie versprachen.
Nach dem Abendessen haben wir uns vor die Kirche gesetzt und bei Alex etwas Verwirrung gestiftet. Claudi meinte, sie hätte Bettwanzen oder irgendwelche anderen kleinen Tiere. Auf englisch heißt das dann „I have some animals in my bed“. Was wir aber nicht wussten ist, dass im englischen „animals“ nur Tiere ab der Größe einer Maus o.ä. sind. Alles, was kleiner ist, wird „insects“ – Insekten – genannt. Für Alex hatte es sich also angehört, als ob Claudi Mäuse oder Katzen auf ihrer Haut und in ihrem Bett hatte. Wieder ein sehr lustiger Abend.
Ich habe allerdings festgestellt, nachdem ich die letzten beiden Tage immer fast den ganzen Weg mit jemandem zusammen gegangen bin, dass ich mal wieder – wenigstens auf dem Weg – etwas mehr alleine sein müsste…









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