14-07-2009: Als wir gestern um 22 Uhr in die Herberge gekommen sind, lag schon alles in den Betten und das Licht war aus. Kurz nach dem wir in der Herberge waren, fing es an zu regnen. Heute morgen war davon aber nichts mehr zu sehen. Heute morgen um 5 Uhr war schon wieder alles auf den Beinen. Als Phil und ich um 6 Uhr beim Frühstück saßen, waren außer uns nur noch zwei andere Pilger in der Herberge. Die Hospitalera hat uns erzählt, sie habe keinen festen Wohnsitz und auch kein großes Eigentum. Sie reise von Ort zu Ort und finanziere sich zum Beispiel durch Jobs wie diesen, als Herbergsmutter. „Die Gespräche mit den anderen Menschen und der Kontakt sind das, wovon ich lebe.“ Sie schien glücklich zu sein…
Nachdem ich mich in der Stadt etwas verlaufen hatte und drei Leute nacheinander fragen musste, wie ich wieder zum Jakobsweg komme (die Pfeile in den Städten fallen kaum auf, weil so viel Werbung und andere Schilder drum herum sind), bin ich dann irgendwann wieder auf den richtigen Weg gekommen.
Die ersten Kilometer bin ich dann zum ersten Mal mit jemandem aus Spanien gegangen. Isabel spricht nur Spanisch, nach ein paar Minuten klappte es dann aber trotzdem gut, sich zu verständigen. Sie hat versucht etwas langsamer zu sprechen und hatte viel Geduld, wenn mir ein Wort nicht eingefallen ist. Isabel ist den Weg mit einer Freundin zusammen gestartet, die aber nun plötzlich weg musste und ist nun alleine. Sie mag es auch nicht, wenn der Weg durch die Stadt führt.
Beim ersten Ort auf dem Weg habe ich dann Waltraud wiedergetroffen, mit ihr in der Bar gefrühstückt und zusammen bis Hornillos del Camino (21,4 Kilometer) gegangen. Um 12:30 Uhr waren wir schon dort. Waltraud geht relativ schnell, aber nicht zu schnell. Wenn ich alleine gehe, ertappe ich mich oft dabei, dass ich immer langsamer werde.
Vor dem einzigen Geschäft im Ort haben wir uns dann erstmal auf eine Bank gesetzt. Wenig später sind die „Mallorca-Pilger“ aus Deutschland angekommen. Die Hälfte von ihnen macht einen richtigen Abenteuerurlaub, sie haben kaum Sachen mit und zu zweit 5 Euro pro Tag zur Verfügung. Deshalb waren sie darauf angewiesen, in Herbergen auf Spendenbasis zu übernachten. Heute wollten sie noch 20-30 Kilometer weiter.
Nachdem die Gruppe weg war, kam Waltraud gar nicht mehr aus der Verwunderung heraus.
Bald kamen dann auch Claudi, Alex, Maria aus Dänemark und etwas später auch Phil an. Maria ist dann irgendwann weitergegangen, Waltraud wollte eigentlich auch weiter, ist dann aber noch etwas sitzen geblieben und erst sehr spät noch 10 Kilometer weitergegangen.
Wir haben uns dann auf den Weg zur Herberge gemacht, die – nachdem wir zu lange vor dem Laden gewartet hatten – natürlich schon voll war. Dafür gab es aber noch eine riesige alte Turnhalle mit Klappbetten. War uns dann auch recht.
Nach einem kurzen Nickerchen habe ich dann geduscht, Wäsche gewaschen und Ori aus Israel getroffen. Er ist mit dem Fahrrad unterwegs.
Jetzt sitze ich in der Küche und schreibe mein Tagebuch. Hier sitzt auch Michael und tut das gleiche. Gerade kommt ein etwas älterer Amerikaner rein, den ich schon einige Male gesehen und gesprochen habe, weiß aber immer noch nicht, wie er heißt.









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