13-07-2009: Heute morgen klingelte um 5 Uhr mein Handywecker, den ich – um die beiden wirklich nicht zu wecken – auf Vibrationsalarm gestellt und unters Kopfkissen gelegt hatte. Meine Sachen hatte ich gestern Abend gepackt, umgezogen habe ich mich im Bad (ein Bad für ein Vierbettzimmer, schon fast Luxus!). Vom Frühstück, für das ich schließlich bezahlt hatte, war noch nicht wirklich was zu sehen. Der Speisesaal war noch zu, die Küche aber geöffnet. Dort standen einige Tüten Milch, Muffins und Kekse. Also habe ich mich einfach mal bedient. Vor dem Haus habe ich noch 15 Minuten gewartet, denn Claudi wollte sich heute auch so früh auf den Weg machen, aber entweder war sie schon weg oder ist, nachdem sie wie gestern angekündigt mich angeklingelt hat, wieder eingeschlafen.
Um 5:45 Uhr bin ich also losgegangen. Da noch kein Sonnenstrahl zu sehen war, war ich auf meine Taschenlampe angewiesen. Ohne hätte ich schon nach 50 Metern passen müssen, denn die Pfeile sieht man ohne Licht nicht. Ausgerechnet heute verlief der Weg natürlich auf der Straße, war aber nicht allzu schlimm, denn um diese Zeit war kaum ein Auto unterwegs.
Ansonsten kam mir der Weg sehr kurz vor. Unterwegs habe ich Pierre und Nicolas getroffen, und auch Alex und Sonja. Alex meinte, Claudi habe sich tatsächlich schon gegen 5 Uhr auf den Weg gemacht.
Der letzte Teil des heutigen Weges war dann weniger schön, denn es ging durch die Vorstädte von Burgos. Um 12:30 Uhr schon bin ich dann bei der Herberge einiger Geschäftsleute aus Burgos angekommen. Eigentlich hatten wir gestern abgemacht, in einer anderen Herberge unterzukommen, aber entweder war ich zu blöd diese zu finden, oder das besagte „refugio“ lag wirklich so weit weg vom Zentrum. Also habe ich mich für diese Herberge entschieden, die mitten in der Stadt liegt. Da es hier nur 18 Betten gibt, haben mir andere, die schon vor der Herberge warteten, empfohlen, in die städtische Herberge zu gehen. Weil es aber noch relativ früh am Tag war und ich beim Zählen der Rucksäcke, die bereits in einer Schlange aufgereiht waren, nur auf 16 wartende Pilger kam, habe ich mich erstmal eingereiht und Phillip eine SMS mit Namen der Herberge und dem Hinweis sich zu beeilen, gesendet.
Gestern Nachmittag habe ich berechnet, dass ich für den ganzen Weg in meinem jetzigen Tempo ungefähr 35 Tage für den Weg brauchen werde und meine Eltern gebeten, einen Rückflug zu buchen. Am 10. August geht’s von Santiago zurück nach Hause. Ich habe also insgesamt 40 Tage für den Weg, Santiago und eventuell Finisterra, das sollte reichen.
Um 13:30 Uhr machte dann endlich die Herberge auf und im letzten Moment kam dann Phillip auch und wir haben die letzten beiden freien Plätze bekommen. Die anderen sind mal wieder verschollen, aber man trifft sich bestimmt noch.
Die Hospitalera hat sich als erstes bei jedem nach dem Gesundheitszustand erkundigt und gegebenenfalls Fußbäder, Bandagen etc. verabreicht. So ein Fußbad tat mal richtig gut.
Hier in der Herberge sind noch zwei andere Deutsche, Felix und Julian aus Berlin, Maria aus Dänemark und Michael aus Canada. Alle anderen sind höchstens vom Sehen bekannt.
Von der Hospitalera haben wir eben erfahren, dass es in der Nähe ein Restaurant gibt, dass All-you-can-eat-Buffets anbietet. Dort haben wir uns dann erstmal richtig satt gegessen. Gegen Abend haben wir uns dann bei der Kathedrale getroffen. Ich habe mich den ganzen Tag schon gewundert, dass Claudi zwar eher als ich gestartet war, aber bei meiner Ankunft noch nicht in Burgos war. Sie hat sich wohl in ein Café verzogen um ihre Notizen zu schreiben und ist dann sehr spät erst weiter gegangen.
Vor der Kathedrale war dann auch plötzlich Jerome wieder da. Er spielt ernsthaft mit dem Gedanken, den Camino abzubrechen, weil er ihn letztes Jahr schon gegangen ist und nun vergeblich das sucht, was er letztes Jahr gefunden hat.
Zusammen haben wir dann vor einer Bar noch einen sehr schönen Abend gehabt und wieder jemanden verabschieden müssen: Pierre und Nicolas fahren morgen nach Hause. Phil und ich haben uns dann pünktlich vom Acker gemacht, damit wir noch in die Herberge kommen bevor diese schließt. Die anderen wollten noch etwas länger bleiben und versuchen trotzdem in ihre Herberge zu kommen…









Kein Kommentar vorhanden
Einen Kommentar hinterlassen