11-07-2009: Die Herberge in Grañón war einfach super (bis auf dem kalten Wasser). Nach dem Abendessen gab’s noch einen Gedankenaustausch. War interessant um die Motivation und Gründe der andern Pilger mit den eigenen zu vergleichen.
Weil es in der Herberge mal wieder Frühstück gab, bin ich erst um 7 Uhr losgekommen. Obwohl die Herberge an sich gut war, habe ich nicht so gut geschlafen. Viele Schnarcher…
Der Weg war heute zwar in Ordnung, aber mein Knöchel schmerzte ziemlich, was aber mit genügend Pausen aushaltbar war. Das erste Stück bin ich mit Claudi und Alex gegangen (Phillip schläft wohl noch…), dann musste ich aber mein Tempo verlangsamen, konnte heute nicht so schnell.
Auf dem Weg habe ich in einer Touristeninformation auch endlich Briefmarken für meine Postkarten, die ich schon in Pamplona gekauft habe, gefunden.
Am Ortseingang von Belorado (ca. 5 Kilometer vor meinem Tagesziel) habe ich dann bestimmt 30 Minuten Pause gemacht. Zu meinem Motivationsproblem aufzustehen und weiterzugehen kamen die Hitze und mein schmerzender Knöchel hinzu.
Wieder auf dem Weg winkten mir dann nach ca. 100 Metern Claudi, Alex, Phillip und Sonja aus Berlin entgegen. Die vier machten wohl schon länger Pause, also habe ich mich zu ihnen gesetzt. Phil hatte sich wohl schon ein Hotelzimmer genommen, um endlich mal wieder ausschlafen zu können. Sonja hatte mit Belorado auch schon ihr Etappenziel erreicht. Die anderen beiden wollten eigentlich noch wie ich einen Ort weiter, durch nachlassende Motivation und heißer werdendem Wetter waren sie aber immer mehr geneigt, in Belorado zu bleiben. Ich war auch schon kurz davor mich überreden zu lassen, bin dann aber nach einer weiteren Dreiviertelstunde Pause doch noch weitergegangen, weil ich sonst morgen hätte mehr gehen müssen und mir nicht sicher war, ob das mein Knöchel durchhielte.
Die letzten 4,7 Kilometer waren die Hölle. Es war viel zu heiß zum gehen, auf dem ganzen Weg habe ich keine Menschenseele getroffen, die sind wohl alle schlauer gewesen und haben sich nicht so lange aufhalten lassen. Blöderweise hatte ich keinen Tropfen Wasser mehr.
Um 14:15 Uhr bin ich dann völlig kaputt und erschöpft in Tosantos angekommen. Die Herberge hier ist auch auf Spendenbasis, heute Abend wird zusammen gekocht. Bis jetzt sind außer Jerome aus Frankreich und zwei anderen Franzosen mit ihrem Esel (die aber nur Französisch sprechen) niemand hier, den ich kenne. Gleich gibt’s noch ne Führung zu einer Kapelle irgendwo in den Bergen. Habe eigentlich nicht wirklich Lust dazu und würde mich lieber hinlegen.









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