10-07-2009: Claudi, Alex und Phillipp sind gestern noch angekommen. Gestern Abend waren wir noch im Ortszentrum, wo etwas mehr los war, als am Nachmittag. Dort haben wir zusammen mit Michael aus Canada und Waltraud zu Abend gegessen.
Trotz meiner Doppelzelle hatte ich das Glück, dass die andere Person im Raum unheimlich laut geschnarcht hat. Dafür hatte mein spanischer Zimmermitbewohner nichts dagegen, dass ich um 6:00 Uhr aufgestanden bin und meinte sogar, ich könne ruhig das Licht schon anschalten.
Der Weg war heute in Ordnung. Es ging durch Santo Domingo de la Calzada, wo sich in der Kirche ein Hühnerkäfig mit weißen Hennen und einem Hahn befinden. Angeblich soll es Glück für den weiteren Pilgerweg bringen, wenn der Hahn kräht, während man sich in der Kirche befindet. Drinnen habe ich weder den Käfig gesehen noch den Hahn gehört, was aber auch daran lag, dass gerade eine Messe war und ich so nicht durch die ganze Kirche laufen konnte, mich nur hinten aufhalten konnte und die Kirche bald wieder verlassen habe.
Auf dem letzten Stück war mir der Weg dann zu hügelig und auch zu warm. Hier war mal wieder niemand, auch keine Pilger zu sehen. Gegen Ende der Etappe habe ich bei einer etwas schattigen Bank (der einzige Schatten auf den letzten 7 Kilometern) eine Pause gemacht und bin sofort eingeschlafen. Habe zur Zeit bei den Pausen ein Motivationsproblem und bleibe immer viel zu lange sitzen…
Ich bin dann erst um 15:15 Uhr in Grañon (nach 22 Kilometern) angekommen. Die Herberge liegt in einem Kirchturm und Treppensteigen tut im Moment besonders weh. 15 Minuten nach meiner Ankunft sind die anderen drei dann auch angekommen. Die müssen entweder ziemlich spät losgegangen sein oder auch so viele und lange Pausen gemacht haben.
Die Herberge ist – bis auf der vielen Treppen – ganz nett. Vor allem die Hospitaleros, eine Frau aus Holland und ein Mann aus den USA. Die beiden haben sich vor ein paar Jahren auf dem Weg kennen gelernt, wohnen jetzt zusammen in den USA und feiern jetzt als Hospitaleros, dass sie sich hier kennen gelernt haben. Die Herberge finanziert sich durch Spenden und ist ziemlich einfach gehalten. Übernachtet wird auf Matten auf dem Boden. Dafür gibt es aber Abendessen und Frühstück. Einziges Manko: Warmwasser ist kaputt und der Klempner kommt erst morgen. Das heißt, es gibt heute eine kalte Dusche.
Alle Tagebucheinträge gibt es hier: http://petwin89.pe.funpic.de/blog/camino-tagebuch/









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