03-07-2009: Trotz Turnhalle habe ich super geschlafen. Es war angenehm kühl und man musste auch nicht unter Platzangst leiden. Den Wecker hatte ich mir auf 5 Uhr gestellt, bin dann auch sogar um 5:15 Uhr aufgestanden, dafür aber erst um 6 Uhr nach diversen Fuß- Verarztungen losgekommen. In Larasoaña habe ich dann Julian und Jenny wiedergetroffen. Das letzte Mal habe ich die beiden in Roncesvalles getroffen. Trotz deren nicht langsamem Tempo bin ich einige Kilometer über Stock und Stein und durch den Wald mit ihnen gegangen. So langsam ließ die Steigung dann auch endlich mal nach.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, größere Städte möglichst als Tagesziel zu vermeiden. Aber weil ich um 13 Uhr schon in Pamplona war (sehr schöne deutsche Herberge vom Jakobusverein Paderborn), noch genügend Betten frei waren und weder Motivation noch körperlicher Zustand heiß auf weitere 5 Kilometer waren, bin ich einfach dort geblieben. Hier gab es dann sogar eine recht gepflegte Dusche (was in den letzten Tagen nicht immer der Fall war). Bei der Ankunft gab es dann auch noch ein „Begrüßungsgetränk”, wodurch das Haus Fünf-Sterne-Hotel-Charakter bekam.
Nach einer verhältnismäßig kurzen Verschnaufpause (wenn ich schon mal in Pamplona bin, will ich auch was sehen!), habe ich dann zusammen mit Eleonore aus Neuseeland Wäsche gewaschen. Sie habe ich auch die letzten Tage immer wieder gesehen. In der Herberge gab es sogar eine Wäscheschleuder. Gestern musste ich mein T-Shirt zum Trocknen an den Rucksack hängen, weil es am Tag zuvor nicht warm genug war. Als ich dann an meinem Etappenziel war, war das T-Shirt vom Staub schon wieder so dreckig, dass ich es noch mal waschen konnte.
Dann auf zur Kathedrale, was gar nicht so einfach war. Erstmal ging es stark bergauf und dann war es auch noch brüllend heiß. Die Kirche war natürlich zu und nur gegen Eintritt zu besichtigen. Dann weiter zur Touristeninformation, vorher Postkarten gekauft. In der Touri-Info habe ich dann erfahren, dass das Postamt genau am anderen Ende der Stadt liegt, es aber auch in Tabak-Läden Briefmarken gibt (da Siesta war, hatte natürlich kein Tabakladen geöffnet).
Abends bin ich dann zur Messe. Die Spanier reden einfach zu schnell. Man versteht einfach kaum etwas. Hinterher dann Pilgermenü in der Bar direkt neben der Kirche (von der Herberge empfohlen). Ich hatte mich schon drauf eingestellt, alleine essen zu müssen, da saßen dann aber plötzlich Karin und Maria aus Deutschland (beide Kindergärtnerinnen) dort. Karin hatte uns in Zubiri ausführlich bemitleidet und uns Mut gemacht, als wir nicht wussten, ob wir noch einen Schlafplatz im Ort bekommen würden. Also habe ich mich einfach mal zu den beiden gesetzt. Es war dann auch noch ein ganz netter Abend!
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