N’Abend!
Jetzt bin ich schon hinter Sarria, morgen komme ich laut Pilgerfuehrer an dem Stein vorbei, der besagt, dass es nur noch 100 Kilometer bis Santiago de Compostela sind (wobei es bei dem Stein noch ca. 5 km mehr sind, weil die Wege zwischenzeitlich etwas veraendert wurden). Die Zeit vergeht wie im Fluge. Morgen bin ich schon 30 Tage unterwegs. Einerseits freue ich mich darauf, nicht mehr laufen zu muessen, wieder mein eigenes Bett zu haben etc. Andererseits will ich noch gar nicht an Santiago denken. Es macht viel Spass, man trifft nette Leute, aber man hat auch viel Zeit zum Nachdenken. Es wird bestimmt komisch, ploetzlich nicht mehr weiterzugehen und wieder nach Hause zu kommen. Man hat sich schon an das alles hier gewoehnt.
Trotzdem ich mich ans Laufen gewoehnt habe ist es doch jeden Tag wieder was komplett anderes. Zur Zeit habe ich zwar keine Blasen, aber ein bisschen tut immer irgendwas weh. Am Anfang habe ich mir noch immer Sorgen gemacht, woran das wohl liegen koennte und was man dagegen machen koennte. Mittlerweile weiss ich aber, dass es immer irgendwo weh tut und dass das dann nach ein paar Tagen wieder in Ordnung ist (dafuer dann wo anders…). Dadurch, dass unsere “Gruppe” (gehe zwar tagsueber alleine, aber wir haben uns meistens Abends zu einer mehr oder weniger festen Gruppe zusammengefunden) immer kleiner geworden ist (am Anfang waren wir meistens zu zehnt und jetzt nur noch zu dritt), kommt es haeufiger vor, dass man Abends bei einer Herberge ankommt, wo mal keiner von den anderen Bekannten ist und man sich auch haeufiger mit anderen Leuten zusammensetzt.
Mittlerweile bin ich auch in Galizien angekommen und das fuer diese Provinz angekuendigte schlechte Wetter ist seit heute da. Gestern war noch super Wetter, heute morgen dann schon sehr kalt und nebelig. Habe schon mit dem Schlimmsten (=Regen) gerechnet, so schlimm war es dann aber doch nicht. Das Wetter wurde noch richtig schoen. Als ich dann allerdings heute Nachmittag meine Waesche aufgehaengt habe, zog sich der Himmel wieder zu und es sah sehr nach Regen aus. Weil doch nichts trocken wurde, habe ich den ganzen Krams in den Trockner der Herberge gepackt. 10 Minuten spaeter hat es dann auch wirklich zu regnen angefangen.
Dafuer ist hier in Galizien der Weg um einiges schoener. Vor ein paar Wochen habe ich noch gegen die ganzen Berge angesehen. Aber nach der Meseta, wo es immer nur gerade aus ging, ist es richtig schoen, durch die Berge zu gehen und nicht neben der Strasse, o. ae.
Jetzt sind es nur noch 6 Gehtage. (eigendlich nur 4 oder 5, da mein Flug aber am 10. August erst geht, lasse ich mir Zeit). Dann habe ich noch ein paar Tage in Santiago und vielleicht schaue ich mir Finisterra (=Das Ende der Welt) noch per Bus an.
Hasta luego
Peter









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