Bin jetzt nur noch ca. 300 km von Santiago entfernt! Das Wetter war bisher immer super, mittlerweile wird es aber etwas kaelter, gerade regnet es sogar ein bisschen und ich bin so gerade noch frueh genug in der Herberge angekommen.
Die letzten Tage waren schon ziemlich hart und der Weg weniger schoen. Grosse Teile gingen neben der Nationalstrasse her, wo es sehr laut war. Am Tag vor León waren eigendlich 27 km eingeplant. im Endeffekt waren es dann sogar fast 37! Erst kam ein 12 km langes Stueck mit zu viel Hitze (sogar frueh morgens schon) und zu wenig Wasser! Das Stueck kam uns allen wie 20 km vor. Dann noch einige Kilometer weiter bis zum Etappenziel. So war es wenigstens geplant. Irgendjemand hat sich aber wohl einen saublueden Scherz erlaubt und Pfeile in die falsche Richtung gemalt, denen ich – wie viele andere auch – gefolgt bin. Als ich dann mittlerweile 1 km hinter dem Ortsausgang war, war ich mir zumindest sicher, dass die Herberge nicht mehr kommt. Wuetend auf den Weg und die Spanier (von denen natuerlich weit und breit niemand zu sehen war, den man haette fragen koennen), bin ich dann weiter gegangen. Ca. 5 Kilometer, bis kurz vor den naechsten Ort, wo dann ein aelterer Herr mit dem Auto vorbei kam, anhielt und mich darauf hinwies, dass ich mich nicht auf dem Jakobsweg befaende. Warum trotzdem Pfeile da waren, konnte er mir nicht erklaeren. Wohl ein bloeder Scherz. Er hat mir dann angeboten, mich mit zurueck zu nehmen, zum letzten Ort, wo ich die Herberge wegen der falschen Pfeile nicht gefunden hatte. Dachte ich wenigstens, dass er mir das angeboten hat. Aber er ist dann einen ganz anderen Weg gefahren und ploetzlich war ich wieder ca. einen Kilometer hinter dem Ort, der eigendlich als Tagesziel geplant war. Diesmal allerdings auf dem Jakobsweg. Also nochmal 6 Kilometer weiter bis zum naechsten Ort. Dort fix und fertig angekommen hatte ich dann wenigstens erstmal ein Vierbettzimmer fuer mich alleine. Spaeter am Abend kamen noch zwei Italiener mit dem Fahrrad, von denen einer im gleichen Zimmer geschlafen hat, wie ich. Eine Herberge mit zwei Baedern fuer drei Personen. Auch mal schoen. Aber niemand da, mit dem man sich unterhalten konnte, oder den man kannte. Bin dann noch rueber zur anderen Herberge, auf der Suche nach einem Abendessen. Da waren dann ploetzlich zwei Studenten aus Berlin, die ich in Burgos kennen gelernt habe und die einen Tag spaeter schon fahren mussten. Ausserdem eine Theologiestudentin aus Oesterreich (einen Tag vorher kennen gelernt) und zwei Belgierinnen (Mutter und Tochter). Die beiden hatten Pasta gemacht und weil es viel zu viel war, hatte ich das Glueck, eingeladen zu werden. Doch noch ein halbwegs schoener Abend!
Heute bin ich in “Hospital de Orbigo” (kein Krankenhaus, der Ort heisst so). Bin heute 29,1 Kilometer gegangen, eine Alternativstrecke zum Hauptweg, der direkt neben der Nationalstrasse herfuehrt, von der ich allerdings in den letzten Tagen mehr als genug hatte. Dafuer heute Natur pur und nur 4 andere Pilger auf dem Weg gesehen. Bis jetzt war das eine der schoensten Etappen. Nur zum Schluss ein bisschen stressig. Ich habe nur eine Pause gemacht, weil der Himmel immer dunkler wurde und kurz nachdem ich im Zielort ankam, regnete es tatsaechlich ein bisschen.
Soviel erstmal fuer heute. Spaeter mehr!









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