Konfession
Machen die gute Musik oder kann man das wenigstens essen?
Wenn ich Leute nach ihrer „Konfession“ frage, gucken viele erstmal wie ein Auto und fragen „Wat is dat dann?“. Die, die nach dieser Überschrift nun Hunger bekommen haben oder sich darauf gefreut haben, eine neue Band kennen zu lernen, muss ich leider enttäuschen. Aber es kommt noch schlimmer: „Konfession“ hat was mit Kirche zu tun!
Machen wir es mal ganz altmodisch: Eine Erklärung vom Ursprungswort. Und das kommt – wie könnte es anders sein – natürlich aus dem Lateinischen. „Confessio“ heißt nämlich „Geständnis“, bzw. „Bekenntnis“. Die meisten werden dadurch jetzt wahrscheinlich auch nicht viel schlauer sein. Wirft man mal einen Blick auf „Wikipedia“, steht da, dass eine Konfession eine Untergruppe innerhalb einer Religion ist.
„Ahh! Klar! Meine Konfession ist Kolping/ Landjugend/ KJG/ Pfadfinder…“ – Ähm, naja, nicht ganz!
Um es nicht spannender zu machen, als es ist: Die Konfession ist das, was im Stammbuch unter „Religion“ steht. Nämlich zum Beispiel „römisch-katholisch“, „evangelisch-lutherisch“ oder „evangelisch-reformiert“. Im Fließtext geschrieben heißt das dann auch manchmal „Max Mustermann, römisch-katholischen Bekenntnisses“ (da haben wir dann auch wieder die Übersetzung von „Confessio“).
Streng genommen ist nämlich nicht „evangelisch“ die Religion, sondern „christlich“ – der Überbegriff für evangelisch, katholisch, orthodox,… .
Die meisten von Euch werden jetzt wohl sagen „So what?“, was interessiert mich das? Na gut, die Katholiken haben vielleicht etwas mehr Action in ihren Gottesdiensten und die Protestanten (=alles was nicht katholisch oder orthodox ist) haben keinen Papst, der denen sagt, was sie machen und glauben müssen, aber sonst ist das doch alles der gleiche Krams…?!
Um alle Unterschiede zwischen evangelisch und katholisch zu nennen braucht es wohl mehr als einen Artikel, hier nur die wichtigsten:
The most important point ist wohl, dass die Katholiken glauben, dass Gott den Menschen ziemlich viel Verantwortung gibt und die Protestanten der Meinung sind, dass Gott sich nie im Leben (und das Leben eines unsterblichen und ewigen Gottes ist lang…) vollkommen verbindlich in die Hände der Menschen geben würde. Sie weisen die Aussage „Gott bindet sich an die Menschen und macht sich von ihnen abhängig“ empört zurück. Und das ist nicht unverständlich, wenn man sich mal anguckt, was die Menschen auf der Erde schon alles für einen – pardon – Scheiß angestellt haben. Und da soll sich Gott, der das als allmächtiger und allwissender Gott das alles schon mit angesehen hat von diesen Menschen abhängig machen? Never!
Konkret heißt das, dass die Katholiken glauben, dass sich Gott an den Priester bindet und dieser im Gottesdienst das Brot – und zwar ohne Veto- Möglichkeit für Gott – in Jesus Christus selbst wandeln kann. Eine Schändung dieser Hostien wäre also eine Schändung von Jesus Christus selbst. Und diese Bindung gilt nicht nur in der Wandlung der Hostien, sondern auch bei der Beichte (Sündenvergeben im Namen Gottes).
Die Protestanten sind da etwas vorsichtiger und sagen, das ganze ist nur ein Zeichen für das letzte Abendmahl vor 2000 Jahren, das Brot wird aber nicht wirklich zu Jesus Christus.
Da die katholische Position schon fast absurd klingt, hier noch ein Argument dafür: Jesus Christus hat sich schon einmal den Menschen völlig ausgeliefert, nämlich als man ihn ans Kreuz geschlagen hat. Er ist gestorben, um die Sünden aller Menschen auf sich zu nehmen. Also ist er für alle Menschen gestorben. Und in der Kommunion wird das ja eigendlich auch gefeiert, dass Jesus sich für die Menschen hingibt. Und wenn er das vor 2000 Jahren gemacht hat, dann wäre das doch nur konsequent, das auch heutzutage noch durchzuziehen… ?!
Dieser Artikel wurde verfasst für das Magazin von stayblue.de
