2 Monate Diakon!

Heute bin ich zwei Monate Diakon – und seit sechs Wochen in der Diakonatsgemeinde im Einsatz! Mittlerweile habe ich schon Taufen gespendet, beerdigt und zumindest Vorbereitungsgespräche für eine Trauung und Ehejubiläen gespendet. Ich habe Wortgottesdienste gefeiert, die Heilige Kommunion gespendet und Schulunterricht gehabt; Taufkatechesen gehalten und Flüchtlinge begleitet, in der Messe assistiert und gepredigt.

Schon nach sechs Wochen bin ich begeistert, von den verschiedenen Aufgaben – natürlich macht nicht alles gleich viel Spaß, aber nahezu alles ist sehr bereichernd. Obwohl die Kirchenbesucherzahlen zurückgehen, habe ich in den letzten Wochen gemerkt, zu wie vielen verschiedenen Gelegenheiten Kontakt zu den Menschen besteht, Kirche sehr wohl eine Rolle spielt und angefragt wird.

Ich erlebe es als ein großes Geschenk, Menschen an den zentralen Punkten ihres Lebens begleiten zu dürfen: ganz am Anfang, bei der Taufe, auf dem Weg zur Erstkommunion und Firmung, bei der Trauung, bei Ehejubiläen und auf dem letzten Weg zum Grab.

Menschen auf diesen Wegen zu begleiten ist nicht immer nur einfach – und bei einigen Fragen, gerade am Ende des Lebens, muss ich auch passen (zumindest, was die berühmten Fragen nach dem „Warum?“ angeht) – aber trotzdem ist das wohl die schönste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann…

Photos von der Diakonenweihe

Meine Diakonenweihe liegt nun schon mehr als drei Wochen zurück. Hier einige ausgewählte Photos:

Ablauf der Diakonenweihe

Nachdem der Weihekandidat zu Beginn der Diakonenweihe seine Bereitschaft erklärt hat und sowohl der Bischof als auch die Gemeinde ihre Zustimmung dazu bekundet hat, geht die Weiheliturgie zunächst mit den üblichen Teilen der Messe weiter: Tagesgebet, Lesung, Antwortpsalm, Evangelium und Predigt. Darauf folgt der Heilig-Geist-Hymnus, der im Wechsel von Chor und Gemeinde gesungen wird. Für die eigentliche Weihe, die durch Handauflegung und Gebet des Bischofs geschieht, bittet die ganze Gemeinde um den Heiligen Geist.

Nun folgen sieben Versprechen der Weihekandidaten, die jeweils vom Bischof erfragt werden:

  • Die Bereitschaft, sich zum Dienst in der Kirche weihen zu lassen.
  • Die Bereitschaft zur selbstlosen Hingabe zur Unterstützung des Bischofs und der Priester zum Wohl des christlichen Volkes.
  • Die Bereitschaft, das Evangelium treu in Wort und Tat zu verkünden.
  • Die Bereitschaft zum ehelosen Leben zum Zeichen der Hingabe an Christus.
  • Die Bereitschaft zum Gebet mit und für das Volk Gottes und die ganze Welt.
  • Die Bereitschaft, Armen, Kranken, Hematlosen und Notleidenden beizustehen.
  • Die Bereitschaft, das eigene Leben nach dem Bild und Beispiel Christi zu gestalten.

Die Kandidaten beantworten die ersten sechs Fragen mit den Worten „Ich bin bereit.“, auf die letzte Frage antworten sie gewissermaßen zusammenfassend „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit.“

Schließlich versprechen die Kandidaten ihrem Bischof Ehrfurcht und Gehorsam, zum Zeichen dafür legen sie ihre Hände in die des weihenden Bischofs. Dass bei all diesen Versprechen keine Perfektion von den Kandidaten erwartet wird, zeigt sich in dem abschließenden Wunsch des Bischofs: „Gott selbst vollende das gute Werk, das er in dir begonnen hat.“ – Der Weihekandidat erklärt seine Bereitschaft, er stellt sich zur Verfügung, ohne das Wirken Gottes geht es aber nicht.

Nach den Weiheversprechen folgt die Allerheiligen-Litanei. Die Gemeinde ruft die Heiligen um ihre Fürsprache an und erbittet für den Weihekandidaten Gotes Gnade und Segen. Das ist wohl einer der eindrücklichsten Momente, denn der Weihekandidat liegt während der Litanei ausgestreckt auf dem Boten um seine vollkommene Hingabe an Gott auszudrücken – gleichzeitig ein Zeichen des Vertrauens. Die Gemeinde kniet dabei.

Nun legt der Bischof dem Kandidaten schweigend die Hände auf und singt das Weihegebet, in dem der Heilige Geist auf den Weihekandidaten herabgerufen wird. Die Gemeinde bekräftigt das Gebet des Bischofs mit dem gemeinsamen Amen.

Schließlich folgen noch einige Ausdeutende Riten: Der neugeweihte Diakon wird zunächst mit Stola und Dalmatik bekleidet – die liturgische Kleidung des Diakons. Dann überreicht ihm der Bischof das Evangeliar, denn eine wichtige Aufgabe des Diakons in der Liturgie ist die Verkündigung des Evangeliums: „Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Schließlich wird die Weihe und das gegenseitige Treueversprechen in der Umarmung des neugeweihten Diakons besiegelt.

Photo: Saint Joseph (Flickr); Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Was ist ein Diakon?

Der Diakon (von gr. διάκονος: Diener, Helfer) steht auf der ersten Stufe des Weihesakramentes (Diakon, Priester, Bischof). In den drei Hauptaufgaben der Kirche Verkündigung, Gottesdienst, und Diakonie ist ihm besonders die Diakonie – der Dienst an den Menschen – zugeordnet. Seine Aufgaben sind die Hilfe bei der Messfeier (v.a. in der Verkündigung des Evangeliums, der Predigt und bei der Gabenbereitung), die Assistenz bei der Trauung, Beerdigungen, Taufen und die verschiedenen karitativen Dienste.

Der Ursprung des Diakonates wird in der Apostelgeschichte berichtet: als die christliche Gemeinde immer größer wurde, bestellten die Apostel sieben bewährte Männer, die sich um die Versorgung der Armen kümmern sollten, um selbst mehr Zeit für die Verkündigung zu haben.

Lange Zeit gab es den Diakon nur als Vorstufe zur Priesterweihe, im Zweiten Vatikanischen Konzil hat man aber seine Bedeutung neu erkannt und ihn wieder als eigenständige Weihestufe entdeckt, sodass es mittlerweile auch sog. ständige Diakone gibt, die diesen Dienst dauerhaft ausüben. Dazu sind auch verheiratete Männer zugelassen.

Wenn sich bei der Priesterweihe der Schwerpunkt etwas verändern, so bleiben auch die Priester weiterhin Diakone und sollen weiter für die Armen und Kranken da sein. Das gleiche gilt für die Bischöfe, die manchmal unter dem Messgewand zusätzlich die Dalmatik – das Diakonengewand – tragen, um das zu symbolisieren.

Komm! Folge mir nach! (Mk 10,21)

In einem Monat ist es so weit! Durch Handauflegung und Gebet werde ich von unserem Weihbischof Johannes Wübbe zum Diakon geweiht. Die Weiheliturgie beginnt am Samstag, den 12. März 2016 um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Nikolaus zu Ankum.

In Freude und Dankbarkeit gegenüber Gott und allen, die mich auf meinem Weg begleiten, lade ich herzlich zur Mitfeier ein und bitte weiterhin um das begleitende Gebet – auch für 7 Mitbrüder aus den Bistümern Hildesheim und Limburg, die mit mir auf dem Weg sind und am gleichen Tag in ihren Bistümern ebenfalls zu Diakonen geweiht werden.

Hier bin ich.

„Hier bin ich“ ist der erste Satz, den ich zu Beginn der Weiheliturgie sprechen werde. Die Kandidaten werden zunächst namentlich aufgerufen und so der Gemeinde gewissermaßen vorgestellt. Dann treten sie mit den Worten „Hier bin ich“ vor den Bischof. Das ist nicht nur eine Feststellung der Anwesenheit, sondern vielmehr die Erklärung der Bereitschaft. „Hier bin ich“ bedeutet „Ich bin bereit, mich jetzt von Gott in den Dienst nehmen zu lassen“. Der Regens (=der Verantwortliche für die Priesterausbildung) bittet nun den Bischof, die Kandidaten zu Diakonen zu weihen: „Hochwürdiger Vater, die heilige Kirche bittet dich, diese unsere Brüder zu Diakonen zu weihen.“ Auf die Zusage „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus, des Erlösers, erwählen wir diese unsere Brüder zu Diakonen.“ bekundet die Gemeinde ihre Zustimmung: „Dank sei Gott, dem Herrn.“

Heute in zwei Monaten ist es so weit, am 12. März werde ich zum Diakon geweiht.

Photo: Petra Dirscherl  / pixelio.de

Hamburg!

Nach dem Abschluss des Hauptstudiums in Rom und einem Praktikum in Osnabrück ist meine nächste Station nun bis Ende Februar Hamburg! Hier bereite ich mich mit sieben weiteren Kandidaten aus den Bistümern Hildesheim und Limburg auf die Diakonenweihe vor, die ich – so Gott will! – im März empfangen werde.

In diesem Pastoralkurs geht es nun um Krankenseelsorge, Sakramentenpastoral, Liturgie, Kirchenrecht, Predigtübungen, Gesangsunterricht, Sprecherziehung und einige andere Sachen. Nebenbei wird es aber bestimmt auch genügend Zeit geben, Hamburg zu erkunden.

Ein komisches Gefühl ist es, wenn ich daran denke, dass damit nun die letzte Etappe vor der Diakonenweihe angebrochen ist, und dass es bis dahin nur noch knapp fünf Monate sind …

Weitere Bilder aus Hesepe

Hier noch einige Photos aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Bramsche-Hesepe. Ein syrischer Flüchtling kommentierte die Zelt-Notunterkünfte so:

„No water, no light, only cold.“ – „Wenn Assad uns in Syrien nicht tötet, sterben wir hier…“