Priesterweihe

Voll Freude und Dankbarkeit gegenüber Gott und allen,
die mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben,
darf ich mitteilen, dass ich im Auftrag des Bischofs von Osnabrück,
Dr. Franz-Josef Bode,
durch Handauflegung und Gebet des Bischofs von Trier,
Dr. Stephan Ackermann,
gemeinsam mit meinen Mitbrüdern aus dem
Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum
zum Priester geweiht werde.

Die Weiheliturgie beginnt am
Montag, dem 10. Oktober 2016, um 9.00 Uhr
in der Kirche Sant’Ignazio di Loyola in Rom.

Meine erste Heilige Messe feiere ich am
Dienstag, dem 11. Oktober 2016, um 10.00 Uhr
in der Kirche Santa Maria Addolorata a Piazza Buenos Aires in Rom.

Meine Heimatprimiz darf ich am
Sonntag, dem 23. Oktober 2016, um 10.00 Uhr
in der Pfarrkirche St. Katharina zu Voltlage feiern.

Zur Mitfeier dieser Tage lade ich ganz herzlich ein
und bitte um Begleitung im Gebet.

2 Monate Diakon!

Heute bin ich zwei Monate Diakon – und seit sechs Wochen in der Diakonatsgemeinde im Einsatz! Mittlerweile habe ich schon Taufen gespendet, beerdigt und zumindest Vorbereitungsgespräche für eine Trauung und Ehejubiläen gespendet. Ich habe Wortgottesdienste gefeiert, die Heilige Kommunion gespendet und Schulunterricht gehabt; Taufkatechesen gehalten und Flüchtlinge begleitet, in der Messe assistiert und gepredigt.

Schon nach sechs Wochen bin ich begeistert, von den verschiedenen Aufgaben – natürlich macht nicht alles gleich viel Spaß, aber nahezu alles ist sehr bereichernd. Obwohl die Kirchenbesucherzahlen zurückgehen, habe ich in den letzten Wochen gemerkt, zu wie vielen verschiedenen Gelegenheiten Kontakt zu den Menschen besteht, Kirche sehr wohl eine Rolle spielt und angefragt wird.

Ich erlebe es als ein großes Geschenk, Menschen an den zentralen Punkten ihres Lebens begleiten zu dürfen: ganz am Anfang, bei der Taufe, auf dem Weg zur Erstkommunion und Firmung, bei der Trauung, bei Ehejubiläen und auf dem letzten Weg zum Grab.

Menschen auf diesen Wegen zu begleiten ist nicht immer nur einfach – und bei einigen Fragen, gerade am Ende des Lebens, muss ich auch passen (zumindest, was die berühmten Fragen nach dem „Warum?“ angeht) – aber trotzdem ist das wohl die schönste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann…

Photos von der Diakonenweihe

Meine Diakonenweihe liegt nun schon mehr als drei Wochen zurück. Hier einige ausgewählte Photos:

Ablauf der Diakonenweihe

Nachdem der Weihekandidat zu Beginn der Diakonenweihe seine Bereitschaft erklärt hat und sowohl der Bischof als auch die Gemeinde ihre Zustimmung dazu bekundet hat, geht die Weiheliturgie zunächst mit den üblichen Teilen der Messe weiter: Tagesgebet, Lesung, Antwortpsalm, Evangelium und Predigt. Darauf folgt der Heilig-Geist-Hymnus, der im Wechsel von Chor und Gemeinde gesungen wird. Für die eigentliche Weihe, die durch Handauflegung und Gebet des Bischofs geschieht, bittet die ganze Gemeinde um den Heiligen Geist.

Nun folgen sieben Versprechen der Weihekandidaten, die jeweils vom Bischof erfragt werden:

  • Die Bereitschaft, sich zum Dienst in der Kirche weihen zu lassen.
  • Die Bereitschaft zur selbstlosen Hingabe zur Unterstützung des Bischofs und der Priester zum Wohl des christlichen Volkes.
  • Die Bereitschaft, das Evangelium treu in Wort und Tat zu verkünden.
  • Die Bereitschaft zum ehelosen Leben zum Zeichen der Hingabe an Christus.
  • Die Bereitschaft zum Gebet mit und für das Volk Gottes und die ganze Welt.
  • Die Bereitschaft, Armen, Kranken, Hematlosen und Notleidenden beizustehen.
  • Die Bereitschaft, das eigene Leben nach dem Bild und Beispiel Christi zu gestalten.

Die Kandidaten beantworten die ersten sechs Fragen mit den Worten „Ich bin bereit.“, auf die letzte Frage antworten sie gewissermaßen zusammenfassend „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit.“

Schließlich versprechen die Kandidaten ihrem Bischof Ehrfurcht und Gehorsam, zum Zeichen dafür legen sie ihre Hände in die des weihenden Bischofs. Dass bei all diesen Versprechen keine Perfektion von den Kandidaten erwartet wird, zeigt sich in dem abschließenden Wunsch des Bischofs: „Gott selbst vollende das gute Werk, das er in dir begonnen hat.“ – Der Weihekandidat erklärt seine Bereitschaft, er stellt sich zur Verfügung, ohne das Wirken Gottes geht es aber nicht.

Nach den Weiheversprechen folgt die Allerheiligen-Litanei. Die Gemeinde ruft die Heiligen um ihre Fürsprache an und erbittet für den Weihekandidaten Gotes Gnade und Segen. Das ist wohl einer der eindrücklichsten Momente, denn der Weihekandidat liegt während der Litanei ausgestreckt auf dem Boten um seine vollkommene Hingabe an Gott auszudrücken – gleichzeitig ein Zeichen des Vertrauens. Die Gemeinde kniet dabei.

Nun legt der Bischof dem Kandidaten schweigend die Hände auf und singt das Weihegebet, in dem der Heilige Geist auf den Weihekandidaten herabgerufen wird. Die Gemeinde bekräftigt das Gebet des Bischofs mit dem gemeinsamen Amen.

Schließlich folgen noch einige Ausdeutende Riten: Der neugeweihte Diakon wird zunächst mit Stola und Dalmatik bekleidet – die liturgische Kleidung des Diakons. Dann überreicht ihm der Bischof das Evangeliar, denn eine wichtige Aufgabe des Diakons in der Liturgie ist die Verkündigung des Evangeliums: „Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Schließlich wird die Weihe und das gegenseitige Treueversprechen in der Umarmung des neugeweihten Diakons besiegelt.

Photo: Saint Joseph (Flickr); Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Was ist ein Diakon?

Der Diakon (von gr. διάκονος: Diener, Helfer) steht auf der ersten Stufe des Weihesakramentes (Diakon, Priester, Bischof). In den drei Hauptaufgaben der Kirche Verkündigung, Gottesdienst, und Diakonie ist ihm besonders die Diakonie – der Dienst an den Menschen – zugeordnet. Seine Aufgaben sind die Hilfe bei der Messfeier (v.a. in der Verkündigung des Evangeliums, der Predigt und bei der Gabenbereitung), die Assistenz bei der Trauung, Beerdigungen, Taufen und die verschiedenen karitativen Dienste.

Der Ursprung des Diakonates wird in der Apostelgeschichte berichtet: als die christliche Gemeinde immer größer wurde, bestellten die Apostel sieben bewährte Männer, die sich um die Versorgung der Armen kümmern sollten, um selbst mehr Zeit für die Verkündigung zu haben.

Lange Zeit gab es den Diakon nur als Vorstufe zur Priesterweihe, im Zweiten Vatikanischen Konzil hat man aber seine Bedeutung neu erkannt und ihn wieder als eigenständige Weihestufe entdeckt, sodass es mittlerweile auch sog. ständige Diakone gibt, die diesen Dienst dauerhaft ausüben. Dazu sind auch verheiratete Männer zugelassen.

Wenn sich bei der Priesterweihe der Schwerpunkt etwas verändern, so bleiben auch die Priester weiterhin Diakone und sollen weiter für die Armen und Kranken da sein. Das gleiche gilt für die Bischöfe, die manchmal unter dem Messgewand zusätzlich die Dalmatik – das Diakonengewand – tragen, um das zu symbolisieren.